Projekt PreVent
Erforschung sEMG-basierter Detektion von Asynchronie und Atemarbeit zur Steuerung lungenprotektiver Beatmung in der perioperativen Intensivmedizin
PreVent ist ein Forschungsprojekt zur Verbesserung der Beatmungstherapie auf Intensivstationen. Bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten ist häufig eine maschinelle Beatmung notwendig. Diese ist jedoch anspruchsvoll einzustellen. Denn für eine sichere Therapie müssen Atemanstrengung und das Zusammenspiel zwischen Patientinnen und Beatmungsgerät möglichst genau erfasst werden. Asynchronien und Fehlanpassungen bleiben im klinischen Alltag jedoch oft unentdeckt und können den Genesungsprozess deutlich beeinträchtigen.
Im Rahmen von PreVent entwickeln wir daher ein nichtinvasives Messverfahren auf Grundlage von Oberflächen-EMG (sEMG), mit dem die elektrische Aktivität der Atemmuskulatur an der Hautoberfläche erfasst wird. Über Verarbeitung und Filterung der Daten können Atemarbeit und Patienten-Ventilator-Interaktion kontinuierlich und ohne invasive Katheter sichtbar gemacht werden. Zur Verarbeitung und Filterung arbeiten wir in dem Projekt eng mit dem Fraunhofer IMTE und der Firma Dräger zusammen. Als zweiter klinischer Partner nimmt die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin an der Charité Universitätsmedizin Berlin teil.
In diesem Verbund werden wir eine klinische Studie bei einem Patientenkollektiv aus der operativen Intensivmedizin und an der Charité im ARDS-ECMO Centrum durchführen. Dabei wird geprüft, wie gut das System am jeweiligen intensivmedizinischen Arbeitsplatz eingesetzt werden kann und welche neuen Einblicke es in die Beatmungssituation ermöglicht. Die Ergebnisse sollen zu einem besseren Verständnis der Interaktion von Patienten und Beatmungsgerät beitragen und damit die Grundlage für zukünftige Verbesserungen der Beatmungstherapie bilden. Das Verbundprojekt wird durch das BMFTR gefördert (FKZ: 13GW0717C).





